Deutsche Provinz der
Salesianer Don Boscos

Olesja: „Ich wusste: Ich schaffe das!“

Olesja

Olesja

Olesja war 19, als sie schwanger wurde. Sie hatte keinen Schulabschluss. Mit Kind eine Ausbildung zu machen, schien ihr unmöglich. Inzwischen ist ihr Sohn Sandro drei Jahre alt und Olesja im dritten Ausbildungsjahr als Dienstleistungshelferin. Dass sie das geschafft hat, verdankt sie ihrer Energie – und der Mutter-Kind-Wohngruppe in der Caritas Don Bosco gGmbH in Würzburg. 

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"Als ich gemerkt habe, dass ich schwanger war, war das erst mal ein Schock. Ich hatte gar nichts. Keinen Schulabschluss, keine Ausbildung. Bis dahin habe ich nur Jungs im Kopf gehabt, feiern. Mir war alles egal. Also habe ich mich entschlossen, in eine Einrichtung für Mädchen zu gehen, um während der Schwangerschaft und der ersten Monate mit dem Kind meinen Hauptschulabschluss zu machen. Das habe ich auch sehr gut geschafft, mit einer Note von 2,8! Dann habe ich mit einer Ausbildung angefangen und währenddessen weiter in dem Heim gewohnt. Aber ich war die einzige Mutter dort. Das war nicht gut für mich und auch nicht für Sandro.

Deshalb habe mich bei Don Bosco gemeldet. Als ich mir das Haus und die Zimmer angeschaut habe,  habe ich gleich gesagt, dass ich bleiben will. Zusammen mit fünf anderen Müttern habe ich in der Mutter-Kind-Gruppe gelebt. Jede Mutter hat dort ihr eigenes Zimmer und einen kleinen Bereich für das Baby. Außerdem gibt es ein Wohnzimmer und eine große Küche für alle zusammen. Und eine schöne Turnhalle oben unter dem Dach.

Rund um die Uhr ist jemand da. Wenn man Fragen oder Probleme hat, wird einem sofort geholfen. Der Alltag wird zusammen gestaltet. Man kauft abwechselnd ein, macht Frühstück, putzt. Alles, was eben so anfällt. Es gibt eine Hebamme, die einmal in der Woche Sprechstunde hat. Und man kann an verschiedenen Kursen wie zum Beispiel PEKiP oder Babyschwimmen teilnehmen, die von Veranstaltern in der Nähe angeboten werden. Einmal in der Woche gibt es einen Gruppenabend, bei dem die Dienste eingeteilt und andere Dinge besprochen und geplant werden. Einmal pro Woche darf jede Mutter eine Mama-Zeit nehmen: zwei Stunden, in denen sie mal alleine ohne Kind unterwegs sein kann. Ich war zum Beispiel im Kino oder habe mich mit Freundinnen getroffen. Einmal war ich sogar in einem Konzert.

Als Sandro neun Monate alt war, ist er in die Krippe gekommen, die zum Haus gehört. Und ich konnte meine Ausbildung weitermachen. Inzwischen bin ich im dritten Ausbildungsjahr und arbeite zur Zeit in der Küche in einem Montessori-Kindergarten. In der Gruppe wohne ich nicht mehr, sondern bin gerade mit Sandro in eine kleine Wohnung auf dem Gelände umgezogen. Außer uns wohnt da noch eine Mutter mit ihrem Kind. Ich habe noch zehn Stunden Betreuung pro Woche und bin ansonsten selbst für alles verantwortlich. Sandro geht in einen Pfarrkindergarten. Da gefällt es ihm gut, er hat Freunde, und er erzählt mir immer alles, was sie gemacht haben.

Mit dem Vater des Kindes habe ich keinen Kontakt mehr. Wir waren schon nicht mehr zusammen, als ich gemerkt habe, dass ich schwanger bin. Als er es erfahren hat, hat er aggressiv reagiert. Er wollte, dass ich das Kind abtreibe. Aber das kam für mich überhaupt nicht in Frage. Ich wusste: Ich schaffe das auch ohne ihn. Und wenn ich sehe, was ich bis jetzt erreicht habe für mein Kind und für mich, dann sehe ich, dass ich Recht gehabt habe.

Jetzt mache ich meine Ausbildung fertig und dann suche ich mir eine Stelle. Ich wünsche mir, noch  irgendwann eine richtige Familie zu haben. Einen guten Job, bei dem ich genug verdiene, eine eigene Wohnung und einen Führerschein. Vielleicht finde ich auch noch der Mann für’s Leben. Aber egal, was wird, ich komme schon zurecht. Ich habe Sandro. Er ist mein Ein und Alles! Ich bin glücklich mit meinem Leben so wie es ist."

Foto: Christina Tangerding

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Die verlinkten Audio-Dateien wurden von Sprecherinnen und Sprechern des St. Michaelsbunds, München, eingesprochen.

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