Deutsche Provinz der
Salesianer Don Boscos

3 Fragen an Sr. Maria Grazia Caputo, Leiterin des Menschenrechtsbüros der Don Bosco Schwestern in Genf

Die Don Bosco Schwestern setzen sich nicht nur in ihren Einrichtungen in 94 Ländern weltweit für benachteiligte junge Menschen und Frauen ein, sondern auch beim UN-Menschenrechtsrat in Genf. Die Vereinten Nationen haben bereits 2003 die Freiwilligenorganisation VIDES der Don Bosco Schwestern als beratende Nichtregierungsorganisation anerkannt. 2008 erhielt auch die Ordensgemeinschaft selbst diesen Status. Sr. Maria Grazia Caputo hat das „Internationale Institut Maria Ausiliatrice“ (IIMA), das Menschenrechtsbüro des Ordens in Genf, vor zehn Jahren mit aufgebaut und leitet es seitdem.

Sr. Maria Grazia, was sind die Aufgaben des IIMA-Menschenrechtsbüros der Don Bosco Schwestern in Genf?

Als anerkannte Nichtregierungsorganisation (NGO) können wir eigene Berichte über die Menschenrechtssituation in verschiedenen Ländern abgeben. Wenn eine Regierung z. B. die UN-Kinderrechtskonvention unterschrieben und ratifiziert hat, schauen wir, ob sie sich auch daran hält. Dafür fragen wir bei unseren Mitschwestern und bei den VIDES-Freiwilligen vor Ort nach, wie die tatsächliche Situation im Land ist: Haben die Kinder die Möglichkeit, eine Schule zu besuchen? Wo sind Schwierigkeiten? In unseren Berichten ist uns wichtig, nicht nur die Probleme aufzuzeigen, sondern auch Lösungen vorzuschlagen. Außerdem organisieren wir sogenannte „Side-Events“. Bei diesen Veranstaltungen können wir die Regierungen und ihre Vertreter bei der UN auf bestimmte Themen aufmerksam machen, die uns wichtig sind. Dazu gehören z. B. die Rechte von jungen Erwachsenen, oder die Situation von Straßenkindern. Bei den Side-Events und auch für unsere Statements im Menschenrechtsrat lassen wir immer junge Menschen selbst über ihre Lebenssituation berichten. Sie kommen zwei Wochen vor der geplanten Veranstaltung zu uns ins IIMA, wo wir sie auf ihren Auftritt vorbereiten. Wir geben eine Einführung in die Menschenrechte, erklären, wie die Jugendlichen ihren Vortrag aufbauen müssen und welche Begriffe sie am besten verwenden. Neben den Berichten und den Trainings machen wir auch Lobbyarbeit für die Rechte junger Menschen, Frauen und Kinder. Wir sprechen mit Regierungsvertretern und tauschen uns mit anderen NGOs aus.

Was konnten die Don Bosco Schwestern bisher bei den Vereinten Nationen erreichen?

Wir haben es geschafft, dass im UN-Menschenrechtsrat auch über die Rechte von jungen Erwachsenen gesprochen wird. Denn theoretisch hat man ab einem Alter von 18 Jahren die gleichen Rechte wie alle Erwachsenen. Im Alltag werden junge Menschen jedoch oft nicht ernst genommen. Noch vor drei Jahren wurden die Rechte junger Erwachsener im UN-Menschenrechtsrat nur am Rand erwähnt. Aber inzwischen haben viele Staaten verstanden, dass es ein wichtiges Thema ist. Wenn wir heute ein Side-Event über die Rechte von Jugendlichen und jungen Erwachsenen organisieren, haben wir die Unterstützung des Hochkommissariats für Menschenrechte und von 24 Mitgliedsstaaten aus der ganzen Welt – das ist unglaublich, denn in der Regel unterstützen lediglich vier oder fünf Regierungen ein Side-Event.

Was ist Ihre persönliche Motivation für die Arbeit im IIMA und bei den Vereinten Nationen?

Was mich motiviert, ist die Liebe, die wir als Don Bosco Schwestern für die jungen Menschen haben. Ich genieße es, durch die Vorbereitungsseminare und mitarbeitende Praktikanten in unserem Menschenrechtsbüro unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu sein und mit ihnen ein Stück Weg zu teilen. Denn auch sie können mir so manchen Ratschlag geben. Außerdem sind für mich die Suche nach dem Sinn des Lebens und der Bildungsaspekt wesentlich. Denn wer keine Bildung erfährt, wird es schwer haben, seine Rechte zu kennen.

Foto: Klaus D. Wolf; Interview: Hannah-Magdalena Pink, in: DON BOSCO MAGAZIN, Ausgabe 4/2017

Unsere aktuellen Videoclips

Die Pädagogik Don Boscos

Im 19. Jahrhundert hat Don Bosco mit seiner Pädagogik einen ganz neuen Weg eingeschlagen: Er hat die Jugendlichen gefördert, ihnen zugehört, sie begleitet. Ihm ging es um eine ganzheitliche Erziehung. Was darunter zu verstehen ist, zeigt dieser animierte Videoclip.

Zu Besuch auf dem Sonnenberg

Herzlich willkommen im Don Bosco Haus, dem Jugendhilfe- und Familienzentrum auf dem Chemnitzer Sonnenberg! David, Ileen und Josi nehmen uns mit und zeigen, was sie hier so alles machen.