Deutsche Provinz der
Salesianer Don Boscos

3 Fragen an Pater Johannes Kaufmann, Beauftragter für Berufungs- und Jugendpastoral

Siebeneinhalb Jahre lang hat Pater Johannes Kaufmann das Don Bosco Haus in Chemnitz geleitet. Dabei war es ihm wichtig, benachteiligten Kindern und Jugendlichen Platz für Träume zu geben und ihnen neue Horizonte zu erschließen. Seit dem 1. Februar 2017 ist Pater Johannes Kaufmann der neue Provinzbeauftragte für die Jugend- und Berufungspastoral.

„Jugend- und Berufungspastoral“ – das ist ein sperriges Wort. Was ist darunter konkret zu verstehen?

Ja, es ist kein leicht verständlicher Titel. Vielleicht finden wir im Lauf der Zeit noch einen einfacheren. Zuerst einmal bedeutet diese Aufgabe, dass wir als Ordensgemeinschaft durch diese Stelle zusätzliche Zeit für junge Menschen und für das Anliegen Don Boscos bereitstellen. Als Jugendpastoralbeauftragter helfe ich durch Ideen, Aktionen und verschiedene Impulse mit, dass der Geist Don Boscos, seine Liebe zu den jungen Menschen in all unserem Tun lebendig ist. Es gilt also, dieses salesianische Feuer der Liebe immer neu anzufachen. Hier ergänzt sich die Aufgabe des Berufungspastoral­beauftragten ganz gut. Um unsere Arbeit auch in Zukunft ­erfolgreich und engagiert fortführen zu können, brauchen wir Menschen, die angeregt durch die Begegnung mit Jesus Christus sich für Kinder und Jugendliche im Geiste Don Boscos einsetzen. Solche Menschen zu finden, sie auf ihrem Berufungsweg und der Frage nach dem Lebenssinn zu begleiten, das ist meine Aufgabe. Unabhängig davon, ob dieser Weg in Richtung Ordensleben oder einer Berufung als Erzieher oder Vater und Mutter geht.

Keine leichte Aufgabe. Was werden Ihre ersten Schritte sein?

Ich beginne ja nicht bei null. Deswegen ist mir der Austausch sehr wichtig – mit unserem Jugendpastoralinstitut, mit den unterschiedlichen Kommissionen, mit unseren anderen Gemeinschaften in der Don Bosco Familie, einfach mit allen, die sich in diesem Bereich bereits engagieren. Ich möchte möglichst viele mit ins Boot holen und mit ihnen gemeinsam darüber nachdenken, wie wir uns weiterentwickeln können.  Wir sind als Salesianer Don Boscos in der ganzen Welt aktiv. Dieses Netzwerk – gerade auch in Europa – will ich stärker nutzen. Darüber hinaus liegt mir sehr viel daran, genügend Zeit zu haben, um den Menschen zu begegnen und genau hinhören zu können, was sie bewegt. Und egal, ob es sich um ein persönliches Gespräch oder eine fachliche Diskussion handelt, soll immer der Geist der Familiarität, Liebenswürdigkeit und Wertschätzung spürbar sein.

Abschied und Neuanfang: Was wird Ihnen an Chemnitz besonders fehlen und worauf freuen Sie sich bei Ihrer neuen Aufgabe am meisten?

Ich bin sehr dankbar, dass wir in Chemnitz mit vielen ­Kindern und Jugendlichen unterwegs sind, oft auch mit Jugendlichen ganz am Rande der Gesellschaft. Wir haben ein tolles Team, das engagiert ein Klima schafft, wo ich sehr glücklich bin und mich sehr wohlfühle. Es fällt mir daher schwer, das alles zurückzulassen. Im Blick nach vorne freue ich mich darauf, überlegen zu dürfen, wie wir in Zukunft im Geiste Don Boscos für junge Menschen da sein können, sie am besten ansprechen können. Das betrifft vor allem die Jugendpastoral. Es freut mich aber auch, junge Menschen zu begleiten, die sich mit Jesus sehr intensiv auf den Weg machen wollen. Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt wird die Betreuung der Volontäre sein. Da möchte ich einen Kontaktpunkt schaffen und bei vielen Veranstaltungen mit dabei sein. Viele wollen sich auch nach ihrem Freiwilligendienst weiter einbringen. Da ist viel Potenzial vorhanden und das ist eine wunderschöne Aufgabe.

Interview: Nicole Stroth, in: DON BOSCO MAGAZIN, Ausgabe 2/2017

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