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Steckbrief

Seit einem halben Jahr arbeitet Bruder Nils Flitter als Sozialpädagoge im Jugendhilfezentrum Don Bosco Sannerz und kümmert sich dort in einer Wohngruppe um zehn Jungen zwischen 14 und 18 Jahren. Er möchte ihnen helfen, etwas aus ihrem Leben zu machen und die eigenen Talente zu entdecken und wertzuschätzen. Entscheidend ist dabei für ihn, eine gute und vertrauensvolle Beziehung zu den Jugendlichen aufzubauen.

Was ist Ihr Lieblingszitat von Don Bosco?
"Man erreicht mehr mit einem freundlichen Blick, mit einem guten Wort der Ermunterung, das Vertrauen einflößt, als mit vielen Vorwürfen."
Kritik führt häufig dazu, dass sich ein junger Mensch (noch mehr) verschließt. Lob hingegen kann ihm helfen, sich zu öffnen, zu vertrauen, Hilfe anzunehmen und sich gut weiterzuentwickeln. Diese Erfahrung habe ich auch schon häufig selbst machen dürfen.
 
Was ist für Sie typisch salesianisch?
Das ist in erster Linie der Glaube an den guten Kern in einem jeden jungen Menschen, den es allerdings vielleicht erst einmal zu finden gilt. Don Bosco versuchte, den Jugendlichen vorbehaltlos und wertschätzend zu begegnen und ihnen so das Gefühl zu geben, willkommen zu sein. Das ist auch mein Anspruch an mich selbst.
 
Wann ist für Sie ein Arbeitstag gelungen?
Wenn ich am Abend rückblickend lächeln kann. Wenn es mir gelungen ist, mich im unvollkommenen Durcheinander des Alltags gerade auch über die kleinen Dinge zu freuen. In der Arbeit mit jungen Menschen sind wir immer unterwegs, und manchmal ist eben auch der Weg das Ziel, selbst wenn er noch so holprig sein mag.
 
Wie tanken Sie neue Kraft?
Ich liebe es, die Schönheit der Schöpfung in der Natur zu genießen – sei es zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Musik und ein gutes Buch helfen mir ebenso, Kraft zu tanken. Darüber hinaus ist mir das persönliche Gebet eine wichtige Stütze.

Welches Buch lesen Sie zurzeit?
"Von Menschen und Mäusen": eine Erzählung von John Steinbeck, in der zwei Menschen von einem besseren Leben träumen. Außerdem "111 Orte in Osthessen und in der Rhön ...",  ein Abschiedsgeschenk meiner Kollegen vom Helenenberg, das mir beim Ankommen in der neuen Heimat in Sannerz helfen soll.
 
Worüber können Sie sich so richtig aufregen?
Wenn jemand überhaupt nicht richtig zuhört, weil er meint, bereits alles zu wissen und zu können.
 
Wie würden Sie sich selbst mit drei Adjektiven beschreiben?
Ehrgeizig, strukturiert, harmoniebedürftig.
 
Wovon haben Sie als Kind immer geträumt?
Ich wollte früher wohl immer einen Beruf ergreifen, bei dem ich eine Uniform hätte tragen können: Lokführer, Soldat, Feuerwehrmann …
 
Wer sind Ihre Vorbilder?
Ganz klar Don Bosco, aufgrund seiner Hingabe für junge Menschen. Außerdem sein Vorbild: Franz von Sales, wegen seiner menschenfreundlichen Güte. Und beide hatten auch ein gemeinsames Vorbild: Jesus Christus. Darüber hinaus: natürlich meine Eltern.
 
Was ist Ihre schönste Erinnerung mit den Salesianern Don Boscos?
Das ist sicherlich der Tag, an dem ich 2007 in Italien meine erste Ordensprofess ablegen durfte. Die Profess steht für Zugehörigkeit, Verbindlichkeit, Lebenshingabe, Berufung. Mit Sinn und Verstand, mit Herz, mit Mut und mit Gottvertrauen.

 

 

Interview: Nicole Stroth, in: DON BOSCO MAGAZIN, Ausgabe 1/2019

 

 

 

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