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Ein unglaubliches Glaubenszeugnis - Zum Gedenken an die fünf jugendlichen Märtyrer von Dresden

In seiner Ausgabe 4/2017 berichtet das DON BOSCO MAGAZIN ausführlich über die Geschichte der fünf jugendlichen Märtyrer des Salesianischen Oratoriums in Posen, die am 24. August 1942 unschuldig hingerichtet wurden.

Die Inhalte haben wir auf dieser Seite zusammengestellt:

 

Ein unglaubliches Glaubenszeugnis - eine Spurensuche

Dresden, 24. August 1942: Im Innenhof des damaligen Justizgebäudes werden fünf Jugendliche aus dem Oratorium der Salesianer Don Boscos in Posen von den Nationalsozialisten hingerichtet. Zum Tod verurteilt wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“. Wer waren diese fünf jungen Menschen? Was hat ihnen den Mut gegeben, sich gegen das Unrechtsregime aufzulehnen? Und warum werden sie heute als Selige verehrt? Eine Spurensuche.

Die Bilder sind schwarz-weiß, manche leicht unscharf und etwas grobkörnig. Sie zeigen die Gesichter von fünf jungen Männern. Ihre Blicke sind ernst, kein Lächeln spielt um ihre Lippen – aber vermutlich liegt das nur daran, dass man damals für Fotos eben nicht gelacht hat. Damals, Ende der 1930er Jahre, lebten die fünf von den Bildern im polnischen Posen, gingen zur Schule oder in die Lehre und  verbrachten ihre Freizeit gemeinsam im Oratorium der Salesianer. Fünf Jugendliche, wie viele andere auch. Doch heute werden sie als Selige verehrt und ihre Bilder und Namen sind auf einer Steinplatte vor dem Märtyreraltar in der Dresdner Kathedrale verewigt: Jarogniew Wojciechowski, Czesław Jóźwiak, Franciszek Kęsy, Edward Kaźmierski und Edward Klinik.

Einer, der sich dafür eingesetzt hat, dass die Tafel dort aufgestellt wird, ist Joachim Reinelt, ehemaliger Bischof des Bistums Dresden-Meißen. Die Geschichte dieser jungen Männer, die bei ihrer Hinrichtung zwischen 19 und 23 Jahren alt waren, hat ihn tief beeindruckt: „Als ich zum ersten Mal die Briefe gelesen habe, die die Fünf aus der Gefangenschaft und kurz vor der Hinrichtung geschrieben haben, da habe ich den Atem angehalten“, erzählt er.

„Die sind ein unglaubliches Glaubenszeugnis.“ 1999 hat Papst Johannes Paul II. die Fünf zusammen mit 103 anderen polnischen Wiederstandkämpfer selig gesprochen. Erst dadurch ist man auch in Dresden, dem Ort ihrer Hinrichtung, auf sie aufmerksam geworden – und hat begonnen an mehreren Orten die Erinnerung an die Fünf und ihre faszinierende Geschichte wach zu halten.

Viel länger schon wird im polnischen Posen, ihrer Heimatstadt, an Jarogniew Wojciechowski, Czesław Jóźwiak, Franciszek Kęsy, Edward Kaźmierski und Edward Klinik gedacht. Denn dort, im Oratorium der Salesianer Don Boscos an der Wronieckastraße beginnt ihre gemeinsame Geschichte. In den Räumen, in denen sich auch heute noch Jugendliche treffen und von Salesianern betreut werden, haben vor mehr als 75 Jahren schon junge Menschen gemeinsam gelacht, gespielt, herumgealbert, gesungen und gebetet. Auch die Fünf, die heute als Selige verehrt werden.

Die Besetzung ändert ihr Leben

1939, als die Deutschen Polen überfallen und besetzen, besuchen Edward Klinik, Czesław und Franciszek das Gymnasium. Jarogniew und Edward Kaźmierski machen eine Ausbildung. Ihre Freizeit verbringen sie meist im Oratorium, unternehmen gemeinsame Ausflüge und leiten Jugendgruppen. Doch die Besetzung ihrer Heimatstadt durch die Nationalsozialisten ändert ihr Leben abrupt: Die drei Gymnasiasten müssen ihre Schullaufbahn abbrechen, weil höhere Bildung für Polen verboten wird. Franciszek, der in das Noviziat der Salesianer eintreten wollte, muss auch diesen Traum aufgeben. Die Räume des Oratoriums werden beschlagnahmt und von der Wehrmacht genutzt. In ganz Polen kommt es zu Razzien und Verhaftungen, Deportationen und Erschießungen.

Die Familien von Czesław, Franciszek, Jarogniew und den beiden Edwards passen sich irgendwie an und versuchen normal weiterzuleben. Doch abends treffen sich die Freunde heimlich in einem Kleingarten östlich der Altstadt. Sie halten weiterhin Kontakt zu den Salesianern und als im Januar 1940 ein ehemaliger Mitschüler Czesław für die Mitarbeit in einer Untergrundgruppe anwirbt, gewinnt er auch seine vier Freunde aus dem Oratorium für den Widerstand.

„Laut den Prozessakten wirft man ihnen vor, Standorte des deutschen Militärs ausspioniert und verbotene Zeitschriften gelesen und weitergegeben zu haben“, erklärt Historikerin Dr. Birgit Sack, die die Gedenkstätte Münchner Platz in Dresden leitet. Dort wird an all die Menschen erinnert, die während der Nazizeit, aber auch in den Anfangsjahren der DDR in Dresden hingerichtet wurden. Denn das Todesurteil gegen die Fünf war keine Ausnahme. Allein in Dresden ließen die Nazis 1.343 Menschen enthaupten. Für jeden einzelnen gibt es in der Gedenkstätte eine Karteikarte. Von manchen weiß man nur noch den Namen und das Hinrichtungsdatum, von anderen ist mehr in Erinnerung geblieben – so wie von den Fünf aus Posen.

„Was man über sie weiß, stammt aus den Prozessakten, aus Briefen, die sie in der Gefangenschaft geschrieben haben und von Zeitzeugen“, erklärt die Historikerin. Was man nicht weiß, ist, woher sie den Mut nahmen, sich gegen das Unrecht aufzulehnen.

„Eine Rolle spielt dabei sicher die persönliche Betroffenheit“, meint Birgit Sack. Immerhin haben die Nazis die Zukunftspläne der Jugendlichen zunichte gemacht und ihnen mit dem Oratorium ihr zweites Zuhause genommen.

Doch da ist noch etwas, dass es ihnen unmöglich gemacht hat, dem Unrecht einfach nur tatenlos zuzusehen: Ihr Glaube. Bischof Joachim Reinelt ist fest davon überzeugt, dass der christliche Glaube, in dem die Fünf tief verwurzelt waren, eine entscheidende Rolle spielte: „Sicher haben ihnen die Salesianer beigebracht, dass man als Christ dazu aufgerufen ist, Verantwortung zu übernehmen. Und das ist etwas, das wir auch heute noch von diesen jungen Märtyrern lernen können: Man darf nicht die Hände in den Schoß legen und Politik Politik sein lassen. Kirche ist nicht nur eine Kirche für den Weg zum Himmel, sondern auch eine Kirche für die Verantwortung in dieser Welt.“

Die Fünf jedenfalls übernehmen Verantwortung – auch wenn das fatale Konsequenzen für sie hat: Am 21. September 1940 wird Edward Klinik an seinem Arbeitsplatz von der Gestapo abgeholt. Zwei Tage später werden auch seine vier Freunde verhaftet. Mitten in der Nacht holen Gestapo-Männer jeden von ihnen von zu Hause ab. Sie werden verhört und gefoltert. Sie landen im Gefängnis, werden von einem Ort an den anderen weitergeschoben – mal zusammengepfercht mit vielen anderen Gefangenen, mal isoliert in Einzelhaft. Sie hungern, müssen Zwangsarbeit leisten, willkürliche Gewalt und Demütigungen ertragen.

„Oh Herr, warum hast du mich so hart bestraft? Habe ich es wirklich verdient? Warum hast du auf meine Schultern ein so schweres Kreuz gelegt?“, schreibt Edward Klinik in seinem Tagebuch. Er sitzt zu der Zeit in Einzelhaft, allein mit seinen Ängsten: „Ich bin alleine in der Zelle, die Tür ist geschlossen. Vier nackte Wände, die Gitter vor den Fenstern, die schwarze Eisentür: ein schrecklicher Eindruck, eine bedrückende Stimmung“, schreibt er, aber gleich darauf auch: „Ich habe mich der göttlichen Vorsehung empfohlen.“

Glaube - stärker als die Verzweiflung

Bei aller Angst und allem Schmerz finden Edward und seine Freunde Trost in ihrem Glauben. Wer heute das Tagebuch oder die Briefe liest, die die Fünf während der Gefangenschaft an ihre Angehörigen geschrieben haben, kann nur staunen über das unerschütterliche Gottvertrauen, das aus ihnen spricht. „Geliebte Mama, wie ich euch trösten möchte“, schreibt zum Beispiel Edward Kaźmierski im März 1942. „Doch alles ist in Gottes Hand. Nichts passiert ohne Ihn. Ich fühle Seinen Schutz immer über mir. Deswegen können wir nicht verzweifeln. Gott ist mit uns. Er hat uns das Kreuz gegeben und Er wird uns die Kraft geben, es zu tragen.“ Edward ist damals 22 Jahre alt. Er und seine Freunde sitzen seit anderthalb Jahren unter unmenschlichen Bedingungen in Haft – und trotzdem vertrauen sie auf Gott, unterwerfen sich seinem Willen.

Für die katholische Kirche war dieser starke Glaube ein Grund, die Jugendlichen selig zu sprechen. Für Bischof Reinelt ist es auch etwas, das gerade junge Menschen heute aus der Geschichte der Jugendlichen von damals lernen können: dass Glaube Halt gibt, auch in schweren Zeiten. „Es lohnt sich, zu kämpfen und nach einem tieferen Sinn des Daseins zu fragen. Die Fünf hatten das drin und waren keinen Augenblick verzweifelt“, betont er. Und: „In den Briefen wird deutlich, dass sie nicht auf ihr eigenes Leid schauen, sondern ihre Angehörigen trösten wollen. Das ist eine christliche Haltung, die ist mehr als heldenhaft.“ Genau deshalb setzt er sich dafür ein, die Erinnerung an diese Jugendlichen wach zu halten: „Damit junge Menschen heute erfahren, wie groß ein Mensch sein kann, dem nur eins gilt – der Wille Gottes.“

In ihren Briefen ist nie von Rache oder Hass die Rede – weder in den offiziellen, noch in den heimlich hinausgeschmuggelten. Umso öfter schreiben sie dafür vom Trost, den sie im Glauben finden, von ihrer Sorge um die Angehörigen und von der Hoffnung auf ein Ende der Gefangenschaft: „Aber sie werden mich nicht hinrichten und ob sie mich zu einem oder fünfzehn Jahren verurteilen macht keinen Unterschied, weil ich sowohl bei einem Jahr als auch bei fünfzehn bis zum Kriegsende im Gefängnis sein werde“, schreibt Edward Kaźmierski an seine Eltern. Im Gefängnis erleben sie die Bombardierung Deutschlands. Das macht ihnen Hoffnung auf ein baldiges Kriegsende. Und kurz vor ihrem eigenen Prozess kommt ein Mithäftling, der wegen ähnlicher Vorwürfe angeklagt ist, mit nur einem Jahr Gefängnis davon.

Doch dann, am 31. Juli 1942 findet ihr eigener Prozess statt. Die Gerichtsverhandlung ist kurz, das Urteil hart: „Todesstrafe.“ Alle Gnadengesuche ihrer Eltern werden abgelehnt. In der Haftanstalt im damaligen Dresdner Justizgebäude am Münchner Platz verbringen sie als Todeskandidaten die letzten drei Wochen bis zum Termin ihrer Hinrichtung in Einzelzellen und mit Handschellen gefesselt. Ob sie dort nicht doch verzweifelt sind, ist nicht bekannt. „Sicher wollten sie leben. Kein so junger Mensch geht doch freiwillig in den Tod“, vermutet Historikerin Birgit Sack. „Aber letzten Endes haben sie die Hinrichtung als Gottes Willen angenommen.“ Das, was man vom 24. August 1942, dem Tag ihrer Hinrichtung weiß, zeugt jedenfalls einmal mehr von dem tiefen Glauben, der ihnen den Mut zum Widerstand und Halt in der Zeit der Gefangenschaft gegeben hat.

Gemeinsam auf dem Weg in den Tod

Pater Franz Bänsch

Die letzten Stunden vor ihrem Tod verbringen sie gemeinsam in einer Zelle. Mit ihnen warten drei weitere junge Polen auf die Hinrichtung. Jeder schreibt einen Abschiedsbrief an seine Angehörigen – und dann beten sie gemeinsam in ihrer Heimatsprache, suchen ein letztes Mal Trost in den vertrauten Worten, Halt in der Gemeinschaft, Hoffnung im christlichen Glauben. Im Innenhof wird die Guillotine aufgestellt. Der Ort, an dem sie stand, ist noch heute erkennbar: eine große hellgraue Steinplatte mitten im Betonpflaster. „Kurz vor halb neun Uhr abends stimmten die acht Gefangenen ein religiöses Lied an, das sie mit verhaltener Stimme in ihrer Heimatsprache sangen“, notiert der damalige Gefängnisseelsorger, P. Franz Bänsch, der sie in den letzten Stunden begleitet. „Zum Schluss, kurz bevor der erste hinausgeführt wurde, baten sie ,Halten Sie das Kreuz recht hoch, damit wir es sehen!’ Jeder ist stillschweigend zum Fallbeil gegangen.“

P. Bänsch war damals nicht nur Gefängnisseelsorger, sondern auch Pfarrer der Dresdner Pfarrei St. Paulus. Auch dort wird heute an die Fünf erinnert und daran, wie viel Mut und wie viel Trost ein starker Glaube geben kann: Im Pfarrgarten steht ein Denkmal aus Holzstelen und rostigem Eisen, im Inneren der Kirche ein kleiner Altar aus Porzellan und daneben eine Tafel mit den Namen und den alten schwarz-weiß Bildern.

Text: Claudia Klinger, Fotos: Rafael Ledschbor

 

Spuren der Fünf in Dresden

In Dresden, der Stadt, in der Jarogniew Wojciechowski, Czesław Jóźwiak, Franciszek Kęsy, Edward Kaźmierski und Edward Klinik hingerichtet wurden, erinnern heute mehrere Orte an sie.

Märtyreraltar in der Dresdner Hofkirche

Auf dem Altar im linken Seitenflügel der Dresdner Kathedrale erinnert die Skulptur „Befreiung“ von Andreas Kuhnlein an die Fünf sowie an vier weitere Märtyrer, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden.
Dresdner Hofkirche, Schloßstr. 24, 01067 Dresden, www.bistum-dresden-meissen.de

Gedenkstätte am Münchner Platz

Die Gedenkstätte im ehemaligen Justizgebäude erinnert an die Menschen, die in der Nazizeit und in den Anfangsjahren der DDR dort hingerichtet wurden. Die Ausstellung veranschaulicht auch die Rolle der Justiz in Dresden während der NS-Diktatur, der sowjetischen Besatzungszeit und der frühen DDR.
Gedenkstätte Münchner Platz, Münchner Platz 3, 01187 Dresden, www.muenchner-platz-dresden.de

Pfarrei St. Paulus

In der Pfarrei St. Paulus war während der NS-Zeit der Oblatenpater Franz Bänsch Seelsorger, der auch die Haftanstalt am Münchner Platz betreute. Er begleitete die Fünf in den letzten Stunden vor ihrem Tod. Im Pfarrgarten erinnert ein Denkmal von Peter Kanis an die jungen Märtyrer, in der Kirche gibt es einen kleinen Altar und eine Gedenktafel.
Pfarrei St. Paulus, Bernhardstr. 42, Dresden, www.st-paulus-dresden.de

Grabmal am Neuen Katholischen Friedhof

Die Leichen vieler Hingerichteter wurden in der NS-Zeit für anatomische Zwecke benutzt. Andere wurden am neuen Katholischen Friedhof begraben – darunter auch die Fünf. An sie erinnert dort heute ein Grabmal.
Neuer Katholischer Friedhof, Bremer Str. 20, 01067 Dresden, www.katholische-friedhoefe-dresden.de

 

 

Die fünf Jugendlichen im Portrait

Jarogniew Wojciechowski
Jarogniew Wojciechowski

wurde am 5. November 1922 geboren. Er wuchs in zerrütteten Familienverhältnissen auf, da der Vater Alkoholiker war und von der Familie getrennt lebte. Er scheiterte auf dem Gymnasium, besuchte dann eine Handelsschule und machte schließlich eine Lehre als Drogist. Er hing sehr an seiner Mutter und seiner älteren Schwester, deren Frömmigkeit er übernahm.

Aus seinem Abschiedsbrief:

„Überlege, was für ein Glück – ich scheide vereint mit Jesus durch die Hl. Kommunion. Ich gehe jetzt und warte dort im Himmel. (...) Betet alle für mich und ich werde mich dort oben dankbar erweisen.“

 

Czesław Jóźwiak
Czesław Jóźwiak

wurde am 7. September 1919 als zweites von vier Kindern in Lazyn geboren. 1930 zog seine Familie nach Posen. Czeslaw besuchte das Gymnasium bis seine Schule von den Nazis geschlossen wurde. Danach arbeitete er in einem Kosmetikgeschäft. Neben seiner sehr religiösen und patriotischen Familie prägte ihn auch das Oratorium der Salesianer, das er seit seinem zehnten Lebensjahr besuchte.

Aus seinem Abschiedsbrief:

„Ich sage euch, meine Lieben, dass ich mit Freude aus dieser Welt scheide. (...) Auf Wiedersehen im Himmel.“

 

Franciszek Kęsy
Franciszek Kęsy

wurde am 13. November 1920 in Berlin-Wilmersdorf als Kind polnischer Arbeitsmigranten geboren. Nach dem Ersten Weltkrieg zogen die Eltern mit ihren fünf Kindern zurück in ihre Heimat, wo Franciszek zur Schule ging. Er plante, in das Noviziat der Salesianer Don Boscos einzutreten, was durch die Besatzung aber unmöglich wurde. Stattdessen arbeitete er als Anstreicher in einem Malerbetrieb.

Aus seinem Abschiedsbrief:

„Der gute Gott nimmt mich zu sich. Ich gehe in den Himmel. Auf Wiedersehen. Dort im Himmel werde ich Gott für euch bitten.“

 

Edward Kaźmierski
Edward Kaźmierski

wurde am 1. Oktober 1919 in Posen geboren. Er und seine vier Schwestern verloren schon früh den Vater. Um zum Unterhalt der Familie beizutragen, arbeitete Edward schon während der Schulzeit nachmittags bei einem Handwerker. 1938 begann er eine Ausbildung als Mechaniker, musste sie aber nach der Besetzung der Stadt abbrechen, weil die Wehrmacht den Ausbildungsbetrieb beschlagnahmte. Edward war musikalisch sehr talentiert und entfaltete seine Begabung vor allem im Oratorium der Salesianer.

Aus seinem Abschiedsbrief:

„Dank Gott für seine unermessliche Barmherzigkeit. Er gab mir die Ruhe. Versöhnt mit Seinem heiligsten Willen gehe ich in einigen Augenblicken aus dieser Welt.“

 

Edward Klinik
Edward Klinik

wurde am 21. Juli 1919 als zweites von drei Kindern in Werne bei Bochum geboren. Seine Eltern waren sehr gläubig und in der polnisch sprachigen Gemeinde in Werne aktiv. Nach dem Ersten Weltkrieg zog die Familie zurück in ihre ursprüngliche Heimat Polen. Edward besuchte zunächst das Internat der Salesianer Don Boscos in Auschwitz, später ein Gymnasium in Posen. 1939 machte er Abitur. Doch nach dem deutschen Überfall auf Polen musste er seinen Bildungsweg abbrechen und arbeitete in einem Baubetrieb.

Aus seinem Abschiedsbrief:

„Mit meinem starken Glauben im Herzen gehe ich ruhig in die Ewigkeit ein. (...) Ich habe mein Leben genau begriffen, ich erkannte meine Lebensberufung und freue mich, dass ich mich im Himmel dankbar erweisen kann.“

 

Publikationstipp

P. Reinhard Gesing (Hg.)
„Nur Gott weiß, was wir leiden!"
Zum Gedenken an die fünf jugendlichen Märtyrer des Salesianischen Oratoriums in Posen, unschuldig hingerichtet am 24. August 1942 in Dresden

Dresden, 24. August 1942: Im Innenhof des damaligen Justizgebäudes werden fünf Jugendliche aus dem Oratorium der Salesianer Don Boscos in Posen von den Nationalsozialisten hingerichtet. Zum Tod verurteilt wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“. Dabei wird von ihnen bezeugt, dass sie trotz ihres jugendlichen Alters in den Tod gegangen sind wie Heilige. Anlässlich des 75. Todestags der fünf Seligen im Jahr 2017 wird in diesem Heft ihre bewegende Geschichte in Erinnerung gerufen. Die historische Darstellung wird ergänzt durch verschiedene Impulse und Elemente, die dazu beitragen sollen, ihre Verehrung im deutschen Sprachraum zu fördern.

Die Publikation erscheint Ende August 2017 und kann dann - soweit vorrätig - beim Institut für Salesianische Spiritualität bezogen werden.

 

Weiterführende Informationen

Messtexte, Fürbitten und Kurzbiografien der fünf Jugendlichen finden Sie auf der Website des Instituts für Salesianische Spiritualität.

Der heilige Johannes Bosco
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Johannes Bosco wurde am 16. August 1815 in der Nähe von Turin geboren. Sein berühmtes Zitat: "Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen" spiegelt die für ihn und seine erzieherische Tätigkeit kennzeichnende Grundhaltung [...]

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