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Ein Salesianer unter Hitlers Terror – das Glaubenszeugnis von P. Theodor Hartz

Es ist eine historische Tatsache, dass Adolf Hitler ein Reich ohne Christentum und Kirche zu schaffen suchte, das auf dem neuheidnischen „Glauben“ von Blut, Rasse und Boden aufgebaut sein sollte. Schritt um Schritt drängten er und seine Helfershelfer den Einfluss der Kirchen und des christlichen Glaubens zurück. Katholische und evangelische Geistliche zählten daher zu den am meisten verfolgten Gruppen der ­Nazis. Allein im KZ Dachau waren fast 3.000 Geistliche aus 19 europäischen Ländern interniert. 1.034 von ihnen verstarben während der Lagerhaft, unter ihnen auch der Salesianerpater Theodor Hartz, dessen Todestag sich am 23. August 2017 zum 75. Mal jährt.

Theodor Hartz wurde am 2.1.1887 in Lutten bei Vechta geboren. Sein Wunsch, Priester zu werden, führte ihn in das Spätberufenenseminar der Salesianer im italienischen Penango. 1908 trat er in die Gesellschaft des hl. Franz von Sales ein, 1914 wurde er zum Priester geweiht. Er half maßgeblich mit, das Werk Don Boscos im deutschen Sprachraum aufzubauen, zunächst in Wien, dann in Ensdorf. 1924 wurde er Direktor der neu gegründeten Niederlassung in Essen-Borbeck, die er zur Spätberufenenschule ausbaute.

Sehr bald nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten geriet Theodor Hartz in den Fokus der Geheimen Staatspolizei, die Telefon und Post überwachte und ihm Sittlichkeits- und Devisenvergehen unterstellte. 1938 wurde P. Hartz für zwei Jahre Leiter des Studienhauses in Benediktbeuern und kehrte Anfang 1941 als Direktor nach Essen zurück. Die fortgesetzten Schikanen der Nazis gegen die Jugendarbeit der Salesianer mündeten am 5.8.1941 in der gewaltsamen Beschlagnahmung des St.-Johannesstiftes. Die Salesianer mussten Essen verlassen und begaben sich in das Salesianerhaus Helenenberg bei Trier. P. Hartz protestierte gegen diese Maßnahme und betrachtete sich auch weiterhin als Direktor des Essener Hauses. Ein von der Gestapo abgefangener Brief, den er an eine Wohltäterin geschrieben hatte, um ihr die neue Situation zu erklären, wurde ihm zum Verhängnis. Am 14.4.1942 wurde er verhaftet und schließlich in das KZ Dachau überführt, wo er, gebrochen und gesundheitlich schwer angeschlagen, am 23. August 1942 an den Folgen der unmenschlichen Haftbedingungen verstarb.

Mit Recht wurde P. Hartz als Glaubenszeuge in das deutsche Verzeichnis der Märtyrer des 20. Jahrhunderts aufgenommen und zählt damit, nach einem Wort von Papst Johannes Paul II., zu den „unbekannten Soldaten der großen Sache Gottes“.

P. Reinhard Gesing

 

Publikationstipp

P. Johannes Wielgoß SDB
P. Theodor Hartz SDB (1887 - 1942)
Direktor in Essen Borbeck und in Benediktbeuern
Ein Opfer nationalsozialistischer Verfolgung
Benediktbeurer Schriftenreihe Nr. 46

Zum 75. Mal jährt sich im Jahr 2017 der Todestag des Salesianerpriesters Theodor Hartz. Er war ein vielfältig engagierter Jugendseelsorger im Geist des hl. Johannes Bosco, dessen Wirken durch die gegen die Freiheit der Kirche gerichteten Maßnahmen des Nationalsozialismus ein jähes Ende fand. Sein Widerstand gegen die Übergriffe des staatlichen Terrors brachte ihn, wie 3.000 andere Priester und Ordensleute, ins KZ Dachau, wo er schließlich am 23. August 1942 den fortwährenden Misshandlungen erlag. Die Kirche Deutschlands zählt ihn zu den Märtyrern des 20. Jahrhunderts. In diesem Heft werden sein Lebensweg und sein Glaubenszeugnis vorgestellt und Impulse gegeben, seiner zu gedenken.

Die Publikation kann - soweit vorrätig - beim ISS in Benediktbeuern bestellt werden.

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