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Drei Fragen an ...

Pater Claudius Amann SDB

Aktenordner wälzen, Telefonate führen, Gremienstrukturen kennenlernen und einfach viel nachfragen: Pater Claudius Amann befindet sich mitten in der Einarbeitungsphase. Als neuer Vorstandsvorsitzender der Don Bosco Stiftung muss er sich einen Überblick über mehr als 200 Stiftungen und zahlreiche einzelne Förderer verschaffen. Besonders freut er sich auf die anstehenden Treffen mit den Stifterinnen und Stiftern.

Ein Vorstandsvorsitz gehört nicht unbedingt zu den üblichen Aufgaben eines Ordensmannes. Wie gut fühlen Sie sich dafür gewappnet?

Einen gewissen Respekt vor der Aufgabe habe ich auf jeden Fall, aber ich freue mich auch darauf. Als Ordensmann ist man ja eher in dem Bereich „Theologie“ ausgebildet, das stimmt. Aber wir Salesianer studieren auch Soziale Arbeit und da lernt man schon, wie eine gute Organisation funktioniert und wie man Prozesse gestaltet. Außerdem war ich zwölf Jahre lang Direktor des Klosters Benediktbeuern und habe Erfahrung, wie eine große Verwaltungseinheit zu koordinieren ist. Darüber hinaus ist ein wichtiger Teil dieser Arbeit die Sorge um die Stifterinnen und Stifter – und da kann ich meine kommunikativen Fähigkeiten sicherlich sehr gut einbringen.

Was zeichnet für Sie die Don Bosco Stiftung aus?

Zunächst einmal möchte ich sagen, dass die Don Bosco Stiftung eine Erfolgsgeschichte ist, die wir Pater Herbert Bihlmayer zu verdanken haben. Er hatte 2001 zur rechten Zeit genau die richtige Idee und hat es geschafft, die Stifterinnen und Stifter zu einer Familie zusammenzuführen. Er sprach auch immer von der „Stifterfamilie“, und das gefällt mir sehr gut. Dieses familiäre Gepräge kennzeichnet unsere Don Bosco Stiftung und macht sie so besonders. Der persönliche Kontakt ist für uns entscheidend. Deswegen gibt es unterschiedliche Treffen – wie jetzt im Advent – und gemeinsame Fahrten. Pater Bihlmayer hat da, wie ich finde, ein sehr gutes Programm aufgestellt, das ich sicher auch in dieser Weise übernehmen werde.

Was sind Ihre schlagenden Argumente, um auch zukünftig neue Stifter zu gewinnen?

Generell merken wir in Kirche und Gesellschaft, dass die Deutschen ein starkes Interesse daran haben, sich sozial zu engagieren. Hier möchte ich anknüpfen und gemeinsam mit dem Don Bosco Stiftungszentrum und dem Vorstand neue Ideen entwickeln, wie wir potenzielle Stifterinnen und Stifter auf unsere Arbeit aufmerksam machen können. Es ergreift mich jedes Mal, wenn ich an den Stätten Don Boscos bin und sehe, was für ein großes Werk für junge Menschen aus einem ganz kleinen Beginn in Becchi entstanden ist. Wir haben ein klares Profil – und nur wenn wir die Jugend berücksichtigen, ist auch unsere Zukunft gewährleistet. Insofern lautet mein schlagendes Argument: „Sie investieren in die Zukunft, wenn Sie uns helfen, für junge Menschen einzustehen.“ Ich hoffe da weiterhin auf viele geneigte Herzen von Stifterinnen und Stiftern. Denn der Wert dieser Stiftungen ist für unseren salesianischen Sendungsauftrag sehr hoch. Erfahrungsgemäß – und das war schon bei Don Bosco so – fehlt uns oft das Geld für notwendige Projekte zum Wohle junger Menschen. Wir Salesianer verfügen über keine Schatulle, aus der wir uns je nach Bedarf nehmen können, was wir zur Umsetzung unserer Sendung brauchen. Da sind uns die Stiftungen eine große, unschätzbare Hilfe.

Interview: Nicole Stroth, in: DON BOSCO MAGAZIN, Ausgabe 6/2017

 

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