Deutsche Provinz der
Salesianer Don Boscos

Fachtagung über eine kaum bekannte Krankheit

Veröffentlicht am: 09. April 2019

Burgstädt - Am 3. April widmete sich eine Fachtagung im Don Bosco Jugend-Werk Sachsen dem Thema „Fetale Alkoholspektrumstörung (FASD) – Chancen und Grenzen einer beruflichen Rehabilitation“. Tatsächlich bekundeten zahlreiche der 130 Gäste aus Agenturen für Arbeit, Jugendämtern, Beratungsdiensten, Förderzentren sowie Therapeuten und auch Pflegeeltern besonderes Interesse an diesem Thema, zu dem bisher noch zu wenig bekannt ist. Die Schirmherrin Barbara Klepsch, Sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz, informierte in ihrem Grußwort über ca. 4.000 Kinder, die jährlich mit FASD in Deutschland geboren werden. Die Dunkelziffer liege, so die Ministerin, bei etwa 10.000 Neugeborenen. FASD kann entstehen, wenn das Ungeborene im Mutterleib dem Alkoholkonsum der Schwangeren ausgesetzt ist.

Um über das Krankheitsbild, dessen Diagnostik und Begleiterkrankungen zu informieren, war Frau Dr. Heike Hoff-Emden, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Psychotherapie und Sozialmedizin als Referentin eingeladen. Eindrucksvoll publikumsnah und mit praktischen Anregungen ergänzt, berichtete die Expertin des Weltkongresses FASD in Vancouver (März 2019) zum Thema. Für die Betroffenen sei es wichtig, ein lebenslanges Netzwerk, Therapien und Teilhabe zu koordinieren, so die Ärztin.

Praktische Erfahrungen zeigten die Workshops am Nachmittag auf, bei denen Gerhild Landeck, Gründungs- und Vorstandsmitglied FASD Deutschland e.V. über Alltagsbedürfnisse Betroffener berichtete. Lisa Glagowski und Martin Zickenrott zeigten anhand eines Fallbeispiels aus dem Don Bosco Jugend-Werk Sachsen gGmbH Chancen und Grenzen von Wohnen und Lernen innerhalb der Einrichtung auf. Die Tagungsteilnehmer nahmen für sich Impulse mit, wie z.B. „frühe Diagnose & stabiles Bezugssystem“, „Pionierarbeit - vorhandene Konzepte anpassen“ und „wirkungsvolle Hilfen mit genügend Personal etablieren“. Rückmeldungen wie „viele Teilnehmer - viele Fragen, weiter so, großes Lob“ zeugen von Anerkennung für die Fachtagung und sind Ansporn für kommendes Veranstaltungen.

Syndi Winter-Stein

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