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Der Augsburger Weihbischof DDr. Anton Losinger zu Gast beim Don-Bosco-Fest im Kloster

Veröffentlicht am: 27. Februar 2018

Benediktbeuern - Am Mittwoch, den 31. Januar 2018, begingen die Salesianer Don Boscos im Kloster Benediktbeuern mit zahlreichen Ehrengästen aus Politik, Gesellschaft und Kirche, Gönnern und Freunden sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus sämtlichen Einrichtungen des Klosters den Höhepunkt des diesjährigen örtlichen Don-Bosco-Festes. Mehr als 200 Gottesdienstbesucher feierten an dessen Todestag eine Festmesse zu Ehren des Salesianerheiligen in der vollbesetzten Hauskapelle, unter ihnen als Hauptzelebrant der Eucharistiefeier DDr. Anton Losinger, der Weihbischof der Diözese Augsburg.

„Gewaltig beginnt so das Jahr“ – mit einer Abwandlung der ersten Zeile des Gedichts „Verklärter Herbst“ von Georg Trakl drückte Klosterdirektor P. Lothar Bily SDB am Anfang des Gottesdienstes seine Freude über dieses Ereignis aus und verband es mit dem Dank an die vielen anwesenden Freunde des Klosters sowie an Weihbischof DDr. Losinger. Dieser stellte an den Beginn des Gottesdienstes einen bedeutenden Gedanken im Blick auf Don Bosco: Der Heilige eröffne eine Perspektive darauf, was alles möglich sei, wenn man sich von Gott ergreifen lasse. Offenbar auch beeindruckt von der versammelten Gottesdienstgemeinde fügte er hinzu, dass die Salesianer einen starken Heiligen „im Rücken“ hätten.

In seiner Predigt erinnerte der Weihbischof, der darin deutlich zeigte, das er als promovierter Theologie und Wirtschaftswissenschaftler die christliche Soziallehre sein Spezialgebiet nennt, an die 1891 erschienene Sozial-Enzyklika Rerum Novarum, mit der die Kirche Antworten auf die durch Industrialisierung und Kapitalisierung veränderte Gesellschaft, vor allem das „Auseinandertriften der gesellschaftlichen Strukturen“, zu geben versuchte. Diese Enzyklika erschien 50 Jahre nach der Priesterweihe von Johannes Bosco und habe auf die im Kontext des zweiten Vatikanischen Konzils in das Bewusstsein gebrachten „Zeichen der Zeit“ reagiert: „100 Punkte für diesen sozialen Bezugspunkt!“ – so DDr. Losinger. Bereits vor dem Marxschen „Kapital“ hätten sich Adolph Kolping und eben Don Bosco mit der Frage beschäftigt, was die Kirche in der Situation des gesellschaftlichen Umbruchs geben müsse, um den Menschen bei deren Bewältigung zu helfen. Drei Aspekte seien entscheidend gewesen und auch für die heutige Situation eines erneuten gesellschaftlichen Umbruchs durch die das Leben auf den Kopf stellende Digitalisierung von Bedeutung: Kirche müsse zum Ersten einen Platz zum Leben bieten, wie dies einst namentlich neben Don Bosco mit seinem Oratorium auch Adolph Kolping mit seinen Kolpinghäusern initiiert habe. Es gelte zum Zweiten für religiöse und ganzheitliche Bildung zu sorgen, auch um dadurch eine stabile Wertestruktur zu vermitteln, und schließlich – und zum Dritten – Freundschaft, Liebe und Zuwendung erfahrbar werden lassen. Damit würde es möglich, die heute vielfach prekäre Situation von Familien in Sachen Erziehung – er erinnerte an Alexander Mitscherlichs Buch „Auf dem Weg zur vaterlosen Gesellschaft“ – zu verbessern, den Religionsunterricht, der weithin als erster, einziger und gleichzeitig letzter Ort der Glaubensvermittlung überfordert sei, zu entlasten und schließlich die zunehmende religiöse Sprachlosigkeit zu überwinden.

Im Blick auf die heutige Situation der Digitalisierung schloss der Weihbischof seine Predigt mit einer Erinnerung an Benedikt XVI. und den Gottesdienst beim 23. Weltjugendtag in Sydney 2008. Papst Benedikt stellte dabei den Jugendlichen die ganz wesentliche Frage danach, was sie der nächsten Generation hinterlassen werden, auf welchen Fundamenten sie ihr Leben in einer tendenziell gottvergessenen Welt gestalten, wie sie ihre Gaben einsetzen und welchen Unterschied sie machen werden.

Zum Abschluss des Festgottesdienstes dankte P. Bily allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die engagiert für die Vorbereitung des Festes gesorgt hätten, der Schola der Studierenden Benediktbeuern, die unter der Leitung von P. Josip Gregur die Festmesse musikalisch sehr ansprechend gestaltet hatte, sowie dem Weihbischof, auch für die Beziehungen, die dieser nicht erst durch sein Kommen zwischen der Diözese Augsburg und dem Kloster geknüpft habe. Nach einem an die Eucharistiefeier anschließenden Sektempfang im Gang des Konventbaus bildete ein festliches, von Klosterküche und Gästehaus sehr sorgfältig vorbereitetes Mittagessen für geladene Gäste den würdigen Abschluss des Festaktes.

Dr. Jürgen Werlitz

Fotos: © Martin Blösl, Zentrum für Umwelt und Kultur

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